Gedanken eines Underdog Autors/Blogger: über Blogtour, Rezensionen und Social Media

Hallo ihr Lieben!

Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich mal wieder etwas anderes, außer Bücher-Rezensionen, schreibe, aber es ist ja mein Blog und den kann ich gestalten, wie ich will – warum immer nur Werbung für andere machen?

Versteht mich nicht falsch, ich mache es gerne, weil es mir oft eine Herzensangelegenheit ist. Aber in letzter Zeit sind mir viele Gedanken zu alle dem gekommen. Gedanken, die mich nachts wachhalten und tagsüber ablenken.

“Das wird jetzt wieder so ein dämlicher Jammer-Post, wie er sehr oft auf Facebook zu lesen ist?”, werdet ihr vielleicht nun ausrufen und die Hände über den Kopf heben.

Möglich wäre es, aber ich versuche mich zu beherrschen, versprochen – schließlich wartet noch mein Lesemonat darauf, geschrieben zu werden.

Diese Jammer – Posts sind wirklich schlimm und ich hab das Gefühl, dass es immer dieselben sind, die sie äußern. Ich erwarte schon gar nichts anderes von diesen Personen auf Facebook – denn dort schwirren sie meist umher. Instagram bleibt – noch – verschont davon. Was ich auch wirklich gut finde, denn sie nerven. Sie zeigen den Unmut der Leute und das wirkt sich negativ auf die anderen aus. Denn irgendwie verbreiten sie schlechte Laune – jedenfalls ich bekomme da immer wieder einen dicken Hals, wenn ich so etwas lese.

Um was für einen Unmut handelt es sich?

Ganz einfach: Leser, Rezensionen oder Verkaufszahlen.

All das, was sie zu genüge haben und doch nicht genug von bekommen. Denn der Mensch möchte immer mehr. Während sich die Kleinen über jede einzelne Rezension freuen, so gehen die in der Masse unter, wenn man sie ‘verlangt’, oder? Wenn man wirklich danach fragt, Goodies anbietet und sagt: ‘Kauf mein eBook, schreibe eine Rezension und schreib mir eine PN’: wo bleibt denn da die Freude über das, was wirklich wichtig ist? Nämlich das sich ein Leser die Zeit genommen hat und sich wirklich mit dem Buch beschäftigt hat. Diese Person hat das Buch nicht einfach nur gelesen, weil es etwas bekommt. Sondern es freiwillig gemacht. Für einige Stunden oder Tage war das Buch und deren Protagonisten ein Teil von diesem Leser und hat möglicherweise die Gedanken eingenommen. Aus all diesen Büchern, die es auf dem Markt gibt, hat sich jemand für dieses eine entschieden. Ohne Zwang, ohne Drang. Diese Person wollte diese Geschichte lesen. Wenn hinterher eine Rezension dabei herausspringt: super. Wenn nicht: ist das auch okay. Denn das bedeutet nicht, dass das Buch schlecht war, sondern dass der Leser keine schreibt oder einfach keine Zeit für hat. Er lieber das nächste Buch verschlingen möchte. Denn Zeit ist ein kostbares Gut und wir alle haben immer nur so viel davon, wie es uns möglich ist zu entbehren. Es gibt ja nicht nur die Welt der Bücher, die unsere 24 Stunden beeinflussen. Sondern man hat Arbeit, Familie, Haushalt, ein Kind (oder Kinder), eine Katze oder einen Hund (beliebiges Tier an dieser Stelle einsetzen) und noch so vieles andere, was den Tag ausfüllt.

Da ich sowohl Blogger als auch Autor bin, kenne ich beide Seiten der Medaille. Ich schwirre in vielen Facebook Gruppen umher, bleibe aber meist still und lese nur die Beiträge und muss oft mit dem Kopf schütteln. Wir haben nun Juli, das bedeutet, sechs volle Monate hat das Jahr nun schon auf dem Buckel und in dieser Zeit habe ich 60 Bücher (inklusive Hörbücher) geschafft. Ich finde, dass ist ein guter Schnitt. Denn oftmals sitze ich während des Lesens da und muss meine Gedanken sortieren (das ist mir besonders bei ‘Dark Matter’ von Blake Crouch passiert) und am Ende überlege ich mir noch, was ich in meiner Rezension schreiben soll und erstelle das Video.  Deshalb frage ich mich, wie manche es schaffen 180 Bücher zu lesen und dann gute Rezensionen zu schreiben?

Selbstverständlich hab ich auch noch ein eigenes Leben, weshalb meine Nächte oftmals sehr kurz ausfallen. Ich weiß, wie schwierig eine Rezension sein kann und wie viel Zeit man teilweise für investieren muss. Denn es bleibt nicht dabei: wenn ich ein Buch von jemanden lese, den ich kenne und das Buch hat mich wirklich überzeugt, dann poste ich die Rezension auf möglichst vielen Anbietern (Amazon, Thalia, Hugendubel, Weltbild, Leserkanone, Goodreads, Lovelybooks, Faceook, Instagram, Twitter – auf den Social Medias auch öfters).

Ich versuche die zu unterstützen, die auch mal eine Frage haben oder Hilfe brauchen.

Als Autor weiß ich, wie wichtig Rezensionen sind. Was sie für einen Stellenwert auf Amazon haben und wie sie bei Lesern ankommen. Sie sind nicht selbstverständlich und müssen deshalb auch gewürdigt werden. Natürlich wäre es spitze, wenn sie massenweise rein kämen und sich jemand die Mühe machen würde, sie auch auf einigen Portalen zu posten. Aber da gibt es wenige, die sich wirklich die Zeit dafür nehmen.

Heute habe ich, zum Beispiel, ein Buch (gerade erschienen und von einem Selfpublisher) x-mal hintereinander auf meiner Instagram-Timeline entdeckt. Das ist beeindruckend und toll. So soll es auch sein und ich gönne es jedem Autor – wirklich. Denn ich poste es ja auch. Aber manchmal – nur ganz selten – verschafft es mir einen Dämpfer und ich bekomme das Gefühl, dass ich versage.

Okay, hier war er. Der Jammer-Satz. Tut mir leid. Aber ich muss mir einfach mal Luft verschaffen, denn das mache ich nicht auf Facebook, sondern hier – habe ich in der Vergangenheit auch schon gemacht.

In letzter Zeit, besonders dank der Blogtour die die liebe Karin (https://diezauberhaftemagiederbuchstaben.wordpress.com/) ins Leben gerufen hatte, sind mir viele Zweifel gekommen.

Es hat sich auch wunderbar angefühlt: all diese Aufmerksamkeit für mein Buch ‘Verzweifelte Hoffnung’

Es hat sich angefühlt wie ein Ritterschlag. Denn das Buch war für eine Woche im Fokus. Mehr oder weniger. Die Vorbereitung dazu muss man auch mit berücksichtigen und ich hab ja ebenfalls meinen Teil dazu beigetragen. Und doch hatte ich am Ende mehr kosten, durch das Gewinnspiel und der Geschenke für die Bloggerinnen, dass ich Nächtelang nicht mehr wusste, was ich machen soll.

So etwas mache ich gerne. Ich bereite gerne anderen eine Freude. Ich möchte sie glücklich sehen und wissen, dass ich vielleicht den Tag versüßen konnte. Ich bin für andere da, wenn sie was auf dem Herzen haben und beratschlage sie. Und doch hab ich festgestellt, dass ich am Ende oft alleine bin mit Fragen oder etwas, was ich nicht weiß.

Ich hab das Taschenbuch zu ‘Verzweifelte Hoffnung’ über das neue Angebot von Neoobooks gemacht. Das alles lief über eMail ab, was bedeutet, dass man keine Plattform wie bei Amazon oder ePubli hat. Alles, was man erstellt und ausfüllt, schickt man via eMail ab und obwohl ich ein paar Fragen hatte, wurden sie nicht direkt beantwortet und dadurch hat das Buch nun keinen Klappentext auf der Rückseite, denn ich glaubte, dass sie es selbst drauf drucken, da ich ja nun einmal nicht wusste, wie es am Ende aussieht und als ich meinen Probedruck in der Hand hielt und es ändern wollte, wurde mir gesagt: “Das geht nicht mehr. Aber man kann das ja überall nachlesen.” Meine Chance, es vielleicht doch im Buchladen zu sehen, sind demnach gleich Null. Denn wer kauft ein Buch ohne Klappentext?

Durch meine Fehler aber kann ich anderen helfen. Und somit hat mein Scheitern wieder etwas Positives.

Seit der Blogtour weiß ich, dass ich immer ein Underdog bleiben werde. Es ist okay. Wirklich. Denn die, die mich kennen, wissen, dass ich da bin und was ich alles mache. Meine Bücher mögen nicht in den Olymp aufsteigen, aber das hab ich auch nie erwartet. Und doch bin ich dankbar für jeden Leser. Sie sind selten, aber ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass jemand den zweiten oder gar dritten Teil liest oder gekauft hat. Dank Kindle Unlimited sieht man ja den Lesefortschritt und kann zudem sehen, ob ein Buch verschlungen oder nach den ersten Seiten abgebrochen wird. Der Überblick ist gut und schlecht zugleich. Denn auf der einen Seite hat der Autor die Möglichkeit zu sehen, wie das Buch ankommt und somit taucht er ein in einen privaten Moment – auch wenn es natürlich anonym ist, auf der anderen Seite aber sieht der Autor genau, wo die Schwachstelle liegt und wird süchtig danach: wie viele Seiten hat man heute gelesen? Man muss es erfahren, es wissen und das am Besten stündlich. Stagniert es oder bleiben sie aus, dann verzweifelt man und schreibt wieder einen Beitrag auf Facebook mit der Überschrift: “Wenn nicht jemand mein Buch liest, dann höre ich auf zu schreiben.”

Auch das ist oft genug vorgekommen.

Aber ich mach das nicht. Ich höre nicht auf.

Vor einigen Wochen hat mich jemand auf Instagram angesprochen, warum ich denn so viele Follower habe und so wenig Likes auf den Beiträgen. Dieser Vorwurf – nichts anderes war das – hat mich zutiefst getroffen und seitdem habe ich kaum noch Lust mir Mühen zu geben. Zeit zu investieren und Beiträge zu formulieren. Denn ja: oft erreiche ich nicht die 100 Like Grenze. Aber wisst ihr was?

Selbst wenn sich ‘nur’ 70 Instagrammer für meinen Beitrag interessieren, sind es immer noch 70 verschiedene Personen, die zumindest das Bild gut genug gefunden haben.

Ich versuche mich auch möglichst kurz zu fassen, denn leider bekomme ich bei sehr wichtigen Posts nicht das, was ich eigentlich wollte: einen Kommentar.

Bestes Beispiel: ich hab mal einen Beitrag zu einer Bookchallenge geschrieben, der mir sehr am Herzen lag. Es ging um Behinderungen und dieses Thema ist mir wichtig. Aber es kam nichts zurück. Das hat mir einen Dämpfer verpasst und seitdem versuche ich möglichst wenig Privates mit einfließen zu lassen.

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Nun hab ich mein Herz etwas erleichtert und ich danke DIR für das Lesen.

Zum Schluss möchte ich allen Danken, die sich wirklich die Zeit für ein Buch nehmen und es nicht als Massenware betrachten. Denn jeder Autor investiert Zeit – manche mehr, andere weniger und auch viel von sich selbst. Tage, Nächte können verschmelzen und jeder Autor hat auch ein Leben abseits von der Buchwelt.

Auch werde ich weiterhin bloggen und meine Videos drehen. Mir sind sie wichtig und ich rede gerne über ein Buch.

Zuhause hab ich keine Möglichkeit dazu und mit Freunden spreche ich auch über so etwas nicht oder selten. Auch lesen meine Freunde, die ich persönlich kenne, nicht meine Bücher. Aber ich habe wunderbare Freundschaften geschlossen, mit Lesern über Instagram und Facebook, die mir eine Chance gegeben und mich nicht gleich abgestempelt haben. Auch habe ich wundervolle Freundschaften mit anderen Autoren schließen können, mit denen ich mich sehr gerne austausche und die einen hohen Stellenwert bei mir nun einnehmen. Es ist schön zu lesen, dass man sich gegenseitig unterstützt und auch mal das ein oder andere Problem mit einander durchgeht.

Dafür bin ich unendlich dankbar, weshalb es gar nicht mal so schlimm ist, ein Underdog zu sein. Denn mir ist ein solcher Austausch sehr wichtig.

 

Alles Liebe,

eure Janine

https://www.youtube.com/channel/UCjNfypSZENx2oEROiQ-3j1Q?view_as=public

https://www.facebook.com/JjanineZz/

http://www.instagram.com/jeanyjanez

https://www.amazon.de/-/e/B00N8F3YZ2

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2 thoughts on “Gedanken eines Underdog Autors/Blogger: über Blogtour, Rezensionen und Social Media

  1. Liebe Janine,

    Ich finde deinen Beitrag sehr ehrlich und verstehe deine Gefühle. Du bist auch nicht die Erste, die von ihren z.T. negativen Erfahrungen berichtet. Trotzdem sehe ich das nicht als “Jammerpost” an, denn Gejammere ist etwas ganz anderes. Jeder Mensch hat das Recht auf seine Empfindungen und diese auzudrücken. Als Autorin ist da ein Blogpost natürlich naheliegend.
    Viele der heute erfolgreichen Autoren schreiben schon seit vielen, vielen Jahren. Der schnelle Erfolg einiger und die Tatsache, dass in den Socialmedia (neben Jammerposts 😉) nur positive Eindrücke geteilt werden, vermitteln dir den Eindruck, ein “Underdog” zu sein. Und vielleicht bist du das ja auch. Aber wer weiß, was kommt?
    Es ist richtig: die wenigsten machen sich Gedanken darüber, welche Kosten für dich einhergehen, wenn du bei Aktionen mitmachst. Und auch ist es wahnsinnig frustrierend, auf Rezensionen angewiesen zu sein, um seine Sichtbarkeit zu erhöhen. Wer will sich außerdem ständig selbst in den Mittelpunkt stellen und Werbung machen? Das schreckt ohnehin nur ab. Dass Menschen aus deinem privaten Umfeld deine Bücher nicht lesen, finde ich schade. Ich selbst wäre stolz, die Autorin zu kennen und würde mir gern das Buch einer engen Freundin ins Regal stellen. Doch vermutlich haben sie Angst, zu kritisieren. Nimm es nicht persönlich – ich kenne wahnsinnig viele Autoren, bei denen das so ist (mich eingeschlossen). Woran das liegt, werden wir nie erfahren 😊
    Aber ich möchte dir Mut machen. Auch wenn wenig Resonanz kommt, haben deine Beiträge ihre Daseinsberechtigung. Denn sie machen in erster Linie DICH glücklich. Man merkt, dass du liebst, was du tust und mit Leidenschaft dabei bist. Und irgendwann merken das auch die anderen. Versprochen 😘

    Liked by 1 person

    1. Erst einmal, entschuldige: irgendwie ging dein Beitrag total unter.
      Ich danke dir aus vollem Herzen für deine Worte und die Mühe.
      Ich glaube auch, dass Freunde einen nicht lesen, weil sie Angst haben, einen zu kritisieren oder sie glauben einfach nicht an einen.

      Ab und zu muss man sich Luft machen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Auf Facebook gibt es jede Menge davon und meist von ein und den selben, weshalb ich es hier geschrieben und nur 'dort' geteilt habe.
      Nun bin ich erst einmal für eine Weile beruhigt, denn irgendwie hab ich mehr Resonanz erhalten, als ich vermutet habe.
      Deshalb vielen Dank für deine Mühe und das du dir die Zeit genommen hast. 🙂

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