#67 read in 2017 -> ‘Der weite Raum der Zeit’ – Jeanette Winterson

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Albrecht Knaus Verlag (11. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3813506738
  • ISBN-13: 978-3813506730
  • Originaltitel: The Gap of Time

1501794573232

‘Der weite Raum der Zeit’

von

Jeanette Winterson

eBook: 15,99 Euro

Gebundene Ausgabe: 19,99 Euro

vom Bloggerportal erhalten.

Shakespeares Das Wintermärchen neu erzählt bei Knuas aus der Hogarth Reihe zum 400. Todestag von William Shakespeare

Obwohl ich bereits ein Video hierzu gedreht habe, fällt mir die Rezension sehr schwer. Weshalb ich mich so kurz wie nur möglich halten möchte.

Ich bin enttäuscht. So viel habe ich mir darunter vorgestellt und erhofft. Aber es gibt eine Sache, die für mich ein absolutes NO GO ist:

vulgäre Sprache, wenn ich es nicht erwarte.

Ausdrücke, die in so einem Buch nichts zu suchen haben.

Nur weil Leo glaubt, sein bester Freund würde mit seiner Frau schlafen und ein Kind gezeugt haben, muss man nicht gleich mit Wörtern um sich schmeißen, die rein GAR NICHTS in dieser Geschichte zu suchen haben. Shakespeare würde sich schämen!

Als das Baby auf die Welt kommt, will Leo Mimi nicht einmal helfen oder einen Krankenwagen rufen (Baby wird zu Hause geboren), nein, dass soll der 9 jährige Sohn machen (kann auch sein, dass er erst 8 war). Leo bittet seinen Gärtner, das Baby zu Xeno zu bringen. Doch Perdita kommt nie bei Xeno an, stattdessen wird der Gärtner ermordet (nachdem das Kind in einer Babyklappe Sicherheit gefunden hat, doch keine Krankenschwester holt es). Perdita wird von einem Vater mit seinem Sohn gefunden und sie wächst bei ihnen auf.

So viel zum Anfang und eigentlich wäre auch alles gut, wenn die Sprache nicht ständig abrutschen würde oder der Schreibstil allgemein nicht meiner gewesen wäre. Mir waren das einfach ständig zu große Sprünge, gedanklich und auch zeitlich.

Ich hab am Ende eines jedes Kapitels etwas zu geschrieben, aus Angst, ich würde einfach beim Schluss des Buches nicht mehr wissen, was ich eigentlich gelesen habe – so nichtssagend fand ich es.

Doch gibt es natürlich auch wirklich fantastische Szenen und als alter ‘Zurück in die Zukunft’ – Fan hab ich mich unfassbar gefreut, als es einige Anspielungen auf diese Trilogie (die meisten kennen übrigens nur den ersten Teil) gegeben hat.

Das Cover ist ein Traum und wirklich sehr sehr schön gestaltet, auch den Epilog finde ich sehr ergreifend.

Und doch möchte ich nicht, dass man glaubt, Shakespeare hätte nur Quatsch geschrieben. Denn – ganz ehrlich – nur anhand dieses Buches hätte ich Shakespeare für vulgär, einfältig und eigenartig empfunden. Zum Glück weiß ich es besser und viele ebenfalls. Warum kann man nicht einfach ein Stück nehmen und daraus etwas wirklich sehr schönes machen. William Shakespeare hätte es verdient. Auch wenn die Autoren ihn sehr schätzen und vielleicht sogar länger lesen und kennen als ich, stört mich einfach, wie sie damit umgehen.

William Shakespeare hatte im Grunde nichts anderes gemacht:

Er hat sich etwas bekanntes genommen und in seiner Art neu erzählt und geschrieben. Vieles war schon da, er brauchte nur die richtigen Worte, um daraus etwas zu machen, was einfach unsterblich ist.

Ich weiß, das William Shakespeare kein Kind der Traurigkeit war (war er schon, aber er wusste durchaus sich zu amüsieren …), aber diese Ausdrücke gehen zu weit.

Nun muss ich zur Sternen Vergabe kommen …

2,5

(dies ist natürlich meine persönliche Meinung.)

Klappentext:

Blinde Eifersucht und zerstörerischer Zorn – doch die Zeit heilt alle Wunden

Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und seine neugeborene Tochter Perdita. Durch einen glücklichen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann – Xenos einzigen Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird.

Jeanette Winterson spielt souverän mit Figuren und Handlung aus Shakespeares “Das Wintermärchen” und erzählt eine verblüffend moderne Geschichte über rasende Eifersucht, blinden Selbsthass und die tiefe Sehnsucht in uns, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen.